Tribute to FIFTY FATHOMS

LDB Issue 18 Fifty_Fathoms 1957 vintage rvb

 

Die längst ikonische Fifty Fathoms MIL-SPEC wurde von der US-Navy als offizielle Taucheruhr ausgewählt.
Die neue Tribute von Blancpain ist eine Hommage an diese Geschichte

Als Jean-Jacques Fiechter die ursprüngliche Fifty Fathoms kreierte
GAB ES DAFÜR KEIN VORBILD.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steckte das Flaschentauchen noch in den Anfängen. Wie so oft auf einem neuen Gebiet war die Ausrüstung nicht auf der Höhe der Wünsche und Anforderungen. Amateurund professionelle Taucher (damals vor allem Militärs) suchten nach Wegen, die Gefahren der Unterwasserwelt und ihrer Bedingungen zu meistern. Verschiedene Ereignisse führten zum Brückenschlag zwischen den Bestrebungen dieser beiden Gruppen, aus denen 1953 die Fifty Fathoms hervorging. Der Amateur war Jean-Jacques Fiechter, damals Generaldirektor von Blancpain, die militärischen Profis Robert („Bob“) Maloubier und Leutnant Claude Riffaud, die Leiter der kurz zuvor gegründeten Kampftauchertruppe der französischen Marine. In Fiechters Amateurtaucherwelt – er war Mitglied eines Clubs in Südfrankreich – war man sich noch nicht bewusst, dass Taucher eine Uhr brauchten. Das änderte sich erst, als Jean-Jacques bei einem Tauchgang – ohne Uhr, um seine Zeit unter Wasser zu messen – realisierte, dass der Sauerstoff seiner Flaschen zur Neige ging. Er meisterte die aufkommende Panik, weil er wusste, dass ein schnelles Auftauchen zu gefährlich war und er die noch verfügbare Atemluft für ein allmähliches Aufsteigen und die entsprechende Druckverminderung nutzen musste. Er überlebte den Schrecken, aber über die ausgestandene Angst hinaus wurde ihm klar, wie überlebenswichtig beim Tauchen ein zuverlässiges Zeitmessinstrument war. Nach der Rückkehr in die Schweiz machte er sich daran, in den Blancpain-Werkstätten eine Uhr zu entwickeln, die es ihm und allen anderen Tauchern ermöglichen sollte, die Zeit ihrer Tauchgänge sicher, einfach und zuverlässig zu messen.

jj fiechter diving
The Blancpain Fifty Fathoms Mil-Spec Vintage Ad

Die Fifty Fathoms und die US-Navy
das ist ein eigenes Kapitel in ihrer LEGENDÄREN GESCHICHTE wert.

Die französische Marine war keineswegs die einzige Seestreitkraft, die ihre Taucher mit der Fifty Fathoms ausrüstete. Sie wurde auch von den Vereinigten Staaten, Deutschland, Spanien, Israel, Pakistan und anderen Ländern übernommen. Doch es ist vor allem ihr Einsatz in der US-Navy, der ein eigenes Kapitel in der Geschichte der Fifty Fathoms und ihrer verschiedenen Abwandlungen verdient. Diese Fifty-Fathoms-Uhren der US-Navy wurden unter dem Namen „MIL-SPEC“ bekannt. Heute sind MIL-SPEC-Modelle auf dem Vintage-Markt wohl die begehrtesten und gesuchtesten Uhren der 1950er Jahre, dies mit explodierenden Auktionspreisen. Das Erbe der MIL-SPEC bewog denn auch Blancpain, die neue limitierte Edition Tribute to Fifty Fathoms MIL-SPEC herauszugeben, die bei ihrer Premiere an der Basler Messe 2017 für Furore sorgte. Doch bevor wir dieses Modell beschreiben, wollen wir zunächst auf die Geschichte zurückkommen, die dahintersteckt.

Da die Uhr vor dem Tauchgang als TEIL DER AUSRÜSTUNG ABGEGEBEN WURDE, bot ein Feuchtigkeitsindikator GEWISSHEIT, dass sie nicht bei einem früheren Einsatz undicht geworden war

Die Uhr muss mit einem drehbaren Ring an der Stelle ausgestattet sein, die üblicherweise die Lünette einnimmt. – Bei der Verwendung wird der Ring gedreht, um die Indexmarke auf einen der Zeiger auszurichten. Der Ring muss so konstruiert sein, dass er ohne Werkzeug von Hand gedreht und eingestellt werden kann sowie gegen unbeabsichtigte Bewegungen durch Abrieb, Schock oder Vibration geschützt ist. Während die US-Navy darauf wartete, dass die „favorisierte“ amerikanische Uhrenfirma einen solchen Zeitmesser entwickelte, benötigte sie eine Übergangslösung. Ihre Bemühungen wurden in einem Bericht vom Dezember 1957 zusammengefasst, in dem sie festhielt, Blancpain und eine andere Schweizer Marke besäßen Taucheruhren, die als brauchbar beurteilt würden.

JJ Fiechter Vintage Diving
The new limited edition Tribute to Fifty Fathoms MIL-SPEC

Die neue limitierte Edition Tribute to Fifty Fathoms MIL-SPEC.

Die aktuelle MIL-SPEC, das dritte Modell in der Serie der limitierten Editionen Tribute to Fifty Fathoms, ist von dieser reichen Geschichte inspiriert. Das MILSPEC-Erbe ist auf dem Zifferblatt augenblicklich am zweifarbigen Feuchtigkeitsindikator bei 6 Uhr erkennbar. Wie beim Original würde eingedrungene Rechte Seite: Die Spezifikationen für das Zifferblatt der US-Navy mit dem vorgeschriebenen Feuchtigkeitsindikator. Feuchtigkeit durch den Wechsel der hellblauen Farbe der oberen Scheibenhälfte in ein warnendes Rot signalisiert. Auch die Zifferblattgestaltung der Tribute MIL-SPEC erinnert mit den Stabindexen bei 3, 6 und 9 Uhr, der großen Rhombus-Markierung bei 12 Uhr und den erhabenen Punkten für die übrigen Stundenindexe an die Uhren der Navy. Die von der NavySpezifikation geforderte Zifferblattkennzeichnung „U.S.“ unter dem Namen Blancpain hingegen wurde selbstverständlich weggelassen. Einen Zeitmesser als Tribut oder Hommage an ein Vintage-Modell zu kreieren bedeutet natürlich nicht, dass die Manufaktur auf ihre modernen Innovationen verzichten würde. Im Gegenteil, die Tribute MILSPEC profitiert voll vom aktuellen Savoir-faire von Blancpain. Das Automatikwerk ist mit zwei Federhäusern für eine Gangreserve von 100 Stunden ausgestattet. Die Schwingungen der Trägheitsunruh mit ihren goldenen Regulierschrauben werden von einer Siliziumspiralfeder begrenzt. Sie kann nicht wie metallische Federn versehentlich magnetisiert werden, da Silizium amagnetisch ist. Deshalb konnte hier auf den inneren Weicheisenmantel der Originalmodelle verzichtet werden. Der Saphirglasboden der modernen Tribute MIL-SPEC gibt den Blick auf die erlesenen Endbearbeitungen des Uhrwerks und des Rotors aus Massivgold mit mattschwarzem Finish frei.

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