Das Vallée de Joux

Das im Juragebirge gelegene Vallée de Joux ist im Laufe der Zeit zu einer der Hochburgen der Schweizer Uhrmacherkunst geworden.

Um das Jahr 1750 herum entwickelte sich die Uhrmacherei in der Region, in der sich zahlreiche Ateliers niederließen. Dieses Handwerk wurde damals neben der Landwirtschaft betrieben. Die Bauern nutzten die Winterpause, um Uhrenkomponenten zu fertigen, die sie anschließend an die Uhrmachermeister des Waadtlands weiterverkauften. Im Jahre 1776 wurden die Uhrmachergenossenschaften des Kantons Waadt abgeschafft. Das Uhrmacherhandwerk breitete sich aus, wie auch der Uhrenmarkt. Immer mehr Bewohner des Vallée de Joux widmeten sich dieser neuen Tätigkeit, die auch weiterhin als Ergänzung zur Landwirtschaft betrieben wurde. So entstand der Beruf des Uhrmacher-Bauern. Mehr als ein Jahrhundert lang war die Region von diesem Beruf geprägt.

 

Der Aufschwung des Uhrmacherhandwerks im Tal

Das Ende des 19. Jahrhunderts steht für den Beginn der Industrialisierung der Schweiz, womit sich auch das Uhrmacherhandwerk im Tal entwickelte. Zahlreiche Uhrmacher-Marken ließen sich in der Region nieder, um von der weitreichenden Erfahrung der hiesigen Uhrmacher-Bauern zu profitieren. Die Bauern gaben ihre landwirtschaftliche Tätigkeit auf und arbeiteten in den Fabriken, die sich um den Lac de Joux herum ansiedelten.  Seither entwickelt sich das Uhrmacherhandwerk in der Region unaufhörlich, obgleich dieser Aufschwung auch einige markante Einbrüche erlebte, wie unter anderem aufgrund der Weltkriege des 20. Jahrhunderts und während der Uhrmacherkrise am Ende der 70er Jahre.

 

Blancpain lässt sich im Vallée de Joux nieder

Im Jahre 1984 ließ sich Blancpain in Le Brassus nieder, um dort seine Uhren zu fertigen und zu montieren. Seit 2010 verfügt die Manufaktur außerdem über eine Produktionsstätte in Le Sentier und beschäftigt heute in dieser Hochburg der Schweizer Uhrmacherkunst fast 700 Mitarbeiter.