Marc A. Hayek steht erneut an der Tabellenspitze

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Nachdem bei der letzten Rennveranstaltung auf dem Eurospeedway (DEU) Marc A. Hayek (CHE) vom Deutschen Swen Dolenc (Porsche 911 GT3 R von Fach Auto Tech) von der Tabellenspitze abgelöst wurde, setzte dieser zu Beginn des Wochenendes alles daran, um die Führung wieder zu übernehmen. Beide trennten nur sieben Punkte.

Der TT-Circuit in Assen (NLD) ist ein 4,555 km langer schneller Kurs. Für Hayek ist diese Strecke wieder Neuland und so nutzte er die beiden freien Trainings, um die Eigenheiten kennenzulernen und Kilometer in seinem Lamborghini Gallardo LP600+ abzuspulen. Sein Fahrzeugpartner Peter Kox hatte an diesem Wochenende ein Heimspiel.

Das Qualifying fand unter optimalen Rennbedingungen am späten Samstagnachmittag statt und Hayek konnte seine bis dahin gewonnenen Streckenkenntnisse gut ausbauen und stellte seinen Boliden auf P28 in einem Starterfeld mit 39 Fahrzeugen. Das Qualifying von Peter Kox im Anschluss daran hätte für den Niederländer seiner Meinung nach etwas besser laufen können, da er bereits nach einer Runde in starken Verkehr kam. Dennoch positionierte er den Gallardo auf P7 für das zweite Rennen am Sonntagmittag.

Das Samstagsrennen startete Hayek und hatte keine Probleme, das Startchaos hinter sich zu lassen . Einsetzender Regen hatte nur kurz schwierige Bedingungen zur Folge, da die Strecke wieder am Abtrocknen war. Hayek kam sicher durch, sein direkter Konkurrent in der Amateurwertung Swen Dolenc (Porsche 911 GT3 R) drehte sich aber, verlor in Runde 7 einige Platzierungen und sein Fahrzeugpartner Daniel Dobitsch musste den Porsche dann kurz vor Schluss wegen eines technischen Defektes abstellen.

Kox übernahm nach einem sehr schnellen Boxenstopp durch das Team Reiter Engineering den Gallardo und konnte sich sensationell von P26 bis zum Schluss auf P13 vorarbeiten. In der Amateurwertung bedeutete das den Sieg und 25 Punkte für das Konto von Marc A. Hayek. Die Rückeroberung der Tabellenspitze nach dem ersten Rennen war somit geglückt.

Das Rennen am Sonntag wurde kurz nach dem Start bei plötzlich auftretenden Regen von Gelbphasen und einer Safetycar-Phase bestimmt. Fast alle Teams entschieden zu spät, auf Regenreifen zu wechseln, so dass es auf der sehr nassen Strecke zu chaotischen Verhältnissen kam. Peter Kox steuerte mit allen anderen Mitstreitern die Boxengasse an, um auf Regenreifen zu wechseln. Das Team um Hans Reiter erledigte diesen Stopp mit Bravour, so dass Kox mit seinem Gallardo hier und nach der Safetycar-Phase Plätze gutmachen konnte. Auf P8 liegend wechselte Hayek in das Cockpit und konnte bis zum Ende des Rennens noch gut mithalten, obwohl bei antrocknender Strecke die Regenreifen immer mehr abgebaut hatten. Er holte sich aber am Ende noch einen Podiumsplatz und führt nun die Amateurwertung mit 207 Punkten an, zwölf Punkte vor Oliver Mayer (DE).

Das Saisonfinale im ADAC GT Masters findet in zwei Wochen vom 30.9. – 2.10.2011 auf dem Hockenheimring in Deutschland statt. Die Rennen werden live in Deutschland, Österreich und in der Schweiz auf dem Sender Kabel 1 übertragen.

Marc A. Hayek:
„Gegen Ende des Qualifyings kommt langsam die Streckenkenntnis und die Zeiten wurden besser. OK, das Ergebnis hätte besser ausfallen können, aber ich bin zufrieden. Beim ersten Rennen war das Auto vom Speed her gut. Überholen war aber sehr schwierig, da ich kein Risiko eingehen wollte. Auch als es anfing zu regnen, konnte ich auf Slicks noch recht locker mithalten, aber die Sicht war durch aufwirbelndes Wasser von der Straße schlecht. Peter hat dann das Auto weit nach vorne gebracht und mir damit den Sieg in der Amateurwertung gesichert. Ich freue mich, dass ich nun wieder an der Spitze stehe.

Mit dem Rennen am Sonntag war ich überhaupt nicht zufrieden. Die Regenreifen waren nach zwei Runden völlig überhitzt und eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Danach bist Du dann nur noch Statist im Auto. Wenigstens haben wir Punkte gesammelt und jetzt schaue ich auf das letzte Rennwochenende auf dem Hockenheimring.“

Peter Kox:
„Nach einem guten freien Training merkten wir, dass die Voraussetzungen fürs Wochenende nicht so schlecht waren. Marc (A. Hayek) hat sich enorm steigern können. In meinem Qualifying lief es nicht so gut und ich bin im Nachhinein sehr froh, dass ich noch P7 herausholen konnte. Ich hatte einfach keine freie Runde, bin als erster rausgefahren, kam aber nach einer Runde schon in den ersten Verkehr. Es ist sehr schwer bei dieser Anzahl von Fahrzeugen eine gute Strategie zu finden.

Beim Rennen am Samstag hatte Marc (A. Hayek) eigentlich die gleichen Verhältnisse wie vor kurzem auf dem Red Bull Ring, da es kurz nach dem Start zu regnen begann. Er hat sich gut gehalten, ist mit Köpfchen gefahren und hat mir den Wagen in einem guten Zustand übergeben. Bei mir trocknete die Strecke schnell ab und ich konnte einige Plätze gut machen und letztendlich das Rennen für ihn gewinnen.

Am Sonntag kam ich beim Start gut weg und wollte Johannes (Stuck) etwas unterstützen, als Philipp Eng (Corvette) mit aller Gewalt an mir vorbei wollte und mich berührte. Unmittelbar danach ist mir noch jemand hinten reingefahren und ich machte dann auch noch einen Fehler, der mir Zeit kostete. Beim Boxenstopp hat das Team tolle und schnelle Arbeit geleistet. Nach der Safetycar-Phase hatte ich einen guten Restart und konnte hier auch nochmal Plätze gutmachen. Für Marc (A. Hayek) waren die Umstände auch äußerst schwierig und er möchte ja unbedingt am Ende der Saison die Tabelle anführen. Aber er führt die Wertung jetzt wieder an und das ist sehr gut für uns alle.“

Hans Reiter (Teamchef Reiter Engineering):
„Marc (A. Hayek) kannte die Strecke nicht war aber wieder extrem gut unterwegs. Er schafft es immer wieder, positiv zu überraschen. Hier in Assen gibt es sehr schnelle Kurven, für die man Mut braucht und den bringt er mit. Peter (Kox) hat das Auto in seinem Qualifying auf P7 gebracht, damit waren wir aber nicht zufrieden, weil wir keine freie Runde für ihn gefunden haben. Die Strategie, die wir hier verfolgten, war nicht die optimalste und das hat ihn komplett in den dichten Verkehr gebracht. Er konnte dann erst in Runde 8 seine schnellste Zeit fahren und das dann mit gebrauchten Reifen.

Am Samstag konnten wir dann die Führung für Marc (A. Hayek) zurückholen. Er lernt nach wie vor sehr schnell und setzt das dann auch auf der Strecke um.

Am Sonntag haben wir bei einsetzenden Regen nicht gut reagiert, viel zu spät haben wir auf Regenreifen gewechselt. Gut war in dieser Situation, dass es fast allen Teams auch so erging. Aber es ging für Marc (A. Hayek) noch gut aus. Wir konnten am Samstag die Führung in der Amateurwertung zurückholen, am Sonntag ausbauen und damit geht’s jetzt zum Hockenheimring.“